Nackenschütteln!?

29. April 2009

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Eine andere mögliche Reaktion der Hündin auf einen frechen Welpen ist das Niederdrücken (engl. „pinning"). Wenn der Welpe sich ihr z.B. beim Spiel in die Ohren in die Ohren hängt oder trotz deutlicher Warnung durch Knurren und Naserunzeln und böse starren an ihren Napf geht oder sie immer wieder belästigt, wird die Hündin echt sauer und drückt ihn mit offener Schnauze am Nacken auf den Boden. Er liegt dann platt auf dem Bauch wie ein Pfannkuchen.Die Hündin macht das recht energisch und blitzschnell, aber nur kurz. D.h. sie läßt ihn in aller Regel sofort wieder los. (Es ist also kein langes Festhalten bis der Welpe ganz schlaff liegt und auch kein auf den Rücken drehen und niederhalten, wie manchmal behauptet wird.) Kommt der Kleine dann sofort wieder hoch und schnappt wieder, drückt sie ihn eben nochmals runter, heftiger, und notfalls nochmal, bis er halt nachgibt. Dazu knurrt sie meist noch, immer etwas lauter und böser.

Bei all diesen Maßnahmen fällt der Welpe, der ja in dem Alter noch sehr klein und ziemlich tapsig ist, natürlich oft um. Ebenso purzelt er oft auf den Rücken, wenn die Hündin einen ihrer gelegentlichen wilden Spielanfälle bekommt und "Welpen kegelt", also sehr wild mit ihnen spielt (was manche Hündinnen tun). Da die Welpen so viel kleiner sind als ihre Mutter, ist ihnen dies anfangs oft zu viel, manchmal haben sie sogar etwas Angst vor ihr und laufen weg und quietschen. Das hilft ihnen aber nicht, sondern ermuntert die Hündin eher zu noch mehr freundlichen, aber überwältigenden Spielaktionen. Landen die Welpen aber bei diesem wilden Spiel auf dem Rücken, kommt offenbar bei der Hündin der Pflegetrieb durch. Ihr Instinkt sagt ihr, daß man Welpenbäuchlein putzen muß. Sie hört auf zu spielen und leckt und putzt den Welpen mütterlich. Beim Putzen wiederum kann es schon mal vorkommen, daß es einem Welpen lästig wird und strampelt und wegstrebt. Dann schubst die Hündin ihn meistens sanft aber bestimmt um, und putzt weiter, bis sie der Meinung ist, daß es reicht.

Der Welpe lernt bei all dem, daß die Hündin ihm unbedingt körperlich überlegen ist und daß er vor ihr meist nicht fliehen kann, daß er sich aber ihrem überschwänglichen Spiel entziehen kann, indem er sich auf den Rücken legt. Und einer körperlichen Zurechtweisung kann er entgehen, indem er die Hündin in Ruhe läßt und sich zurückzieht, wenn sie droht - oder indem er sich ebenfalls auf den Rücken legt. Das Knurren, Naserunzeln, Starren der Hündin lernt er dabei als Warnsignal wie unser "Nein" oder „Pfui": "Hör sofort auf, sonst..." All dies passiert hauptsächlich zwischen der 6. und 8. Woche und ist natürlich enorm wichtig. Der Welpe lernt dadurch eine gute Beißhemmung und er lernt, auf Drohungen der Erwachsenen angemessen zu reagieren und sie ggf. durch unterwürfiges Verhalten zu beschwichtigen.Und all dies in der sicheren Umgebung seines Rudels, deren erwachsene Mitglieder ihm niemals wirklich etwas tun würden.