5. Wissenschaftliches Symposium des BHV ein voller Erfolg!

Am letzten Oktoberwochenende trafen sich um die 100 HundetrainerInnen, TierärztInnen und interessierte Gäste im H+ Hotel Niedernhausen zum 5. Wissenschaftlichen Symposium des BHV. 

 

Der Veranstalter BHV - Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V - hat sich die hochkarätige Weiterbildung seiner Mitglieder auf die Fahnen geschrieben. Unter dem Leitthema "Emotionen" stellten zwei Tage lang Wissenschaftler/innen aus dem In- und Ausland ihre neuesten Forschungsergebnisse vor.

Emotionen sind zentrale Dimensionen menschlichen und tierischen Erlebens und Verhaltens. Kenntnisse der Hintergründe und Auswirkungen von Emotionen sind daher für das Verständnis des Verhaltens von Tieren essentiell und für ihr Lernen und Training von großer Bedeutung.

Das Symposium begann am Samstag mit Nicole Pfaller-Sadovsky, die das Thema Emotionen aus verhaltensanalytischer Sicht beleuchtet hat. Die Wissenschaft der Verhaltensanalyse erklärt Emotionen als Eigenschaften von Verhalten und nicht als separat auftretende Phänomene.

Weiter ging es mit Dr. Immanuel Birmelin, der über Emotionen und Persönlichkeiten referierte. Wer die Persönlichkeit und die Gefühle seines Partners einschätzen und beurteilen kann, versteht ihn besser und respektiert ihn. Das gilt für Mensch und Tier, insbesondere für ein Tier wie den Hund, der in einem Abhängigkeitsverhältnis mit dem Menschen lebt. Das Wissen um die Persönlichkeit seines vierbeinigen Begleiters ist der Schlüssel für eine intakte Beziehung. Sie erleichtert die Ausbildung und Erziehung des Hundes, da man seine Stärken und Schwächen kennt.

Dr. Juliane Kaminski stellte ihre Studie zur Micromimik vor und den Verbindungen zu Emotionen und Möglichkeiten zum Training. Abgerundet wurde der Samstag mit einem Interview zwischen Ariane Ullrich und Nicole Pfaller-Sadovsky, um das Thema der Verhaltensanalyse noch genauer zu durchleuchten.

Der Sonntag startete mit Vorträgen von Helena Telkänranta und Peter Neville.

Helena Telkänranta, BSc, MSc,Research at Universities of Bristol (UK) and Helsinki (FIN), gab einen Überblick über die neuesten Erkenntnisse der Zusammenhänge von Emotion und Kognition. Ein wichtiger Bestandteil des emotionalen Erlebens eines Tieres, wie z. B. eines Hundes, ergibt sich aus seinen artspezifischen Verhaltensbedürfnissen, die notwendig sind, um das chemische Gleichgewicht im Gehirn aufrechtzuerhalten.

Gleich im Anschluss referierte Prof. Peter Neville vom Centre of Applied Pet Ethology (UK) über das EMRA-Konzept, ein System zur Einschätzung von Emotionen. Im Zentrum dieses Ansatzes steht ein verstärktes Bewusstsein für die Individualität und Emotionalität des Tieres und die Entwicklung der Fähigkeit, die Gefühle des Tieres einzuschätzen und zu interpretieren.

Abgerundet wurde dieser spannende Seminar Tag mit einem Vortrag von Mag. Dr. Iris Schöberl zum Thema Stimmungsübertragung in der Mensch-Hund Beziehung. Die Stimmungsübertragung zwischen Sozialpartnern ist ein evolutionär sehr alter Mechanismus, der dazu dient, Verhalten zu synchronisieren und Aktivitäten aufeinander abzustimmen. Stimmungsübertragung funktioniert nicht nur innerartlich, sondern auch zwischen verschiedenen Arten. Die Prozesse dahinter laufen unbewusst ab, wodurch wir innerhalb von Beziehungen oft erst die Folgen daraus wahrnehmen und nicht die Ursachen. Bewusst gemacht kann die Stimmungsübertragung auch genutzt werden, um ein Tier zum Beispiel in die Entspannung zu führen oder diesem Sicherheit zu geben. Besonders im Hundetraining ist es wichtig, diese Aspekte zu berücksichtigen, denn die Wirkung unserer Emotionen auf unsere Hunde ist nicht zu unterschätzen!

Alles in Allem ein gelungenes Seminarwochenende, bei dem die Teilnehmer neue und spannende Erkenntnisse gewonnen haben.

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