Hunde und Hitze: Vierbeiner vor Hitzschlag schützen

11. Juli 2013

Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater: Hundehalter müssen im Sommer besonders auf die Gesundheit des Vierbeiners achten

Berlin/ Waldems-Esch, 11. Juli 2013 – Der verspätete Sommer hat Deutschland im Griff. Hohe Temperaturen sind nicht nur für Hundebesitzer ein Problem, sondern vor allen Dingen für die Vierbeiner: Bei Temperaturen von 30 Grad Celsius im Schatten können Hunde ihren Körper kaum kühlen. Hundebesitzer sollten das Verhalten ihres Hundes bei hohen Temperaturen genau beobachten und bei Erschöpfungszuständen schnell Gegenmaßnahmen ergreifen, rät der Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) e.V.

Auch wenn Sonne und tropische Wärme dazu verleiten, sollten Hundehalter mit ihren Hunden keine langen Spaziergänge unternehmen. „Stattdessen sollten Hundebesitzer lieber mehrmals am Tag einen kurzen Spaziergang mit ihrem Tier unternehmen“, sagt Rainer Schröder, Vorsitzender des Berufsverbandes der Hundeerzieher und Verhaltensberater. Die Spaziergänge dürfen dabei nicht in der prallen Sonne stattfinden, da auch Hunde an wenig behaarten Körperstellen einen Sonnenbrand bekommen können. Hundebesitzer sind mit einer Gassi-Runde in schattiger Umgebung gut beraten. Empfehlenswert ist es auch, immer einen Behälter mit Wasser und eine Trinkschale für den Hund dabei zu haben.

An besonders heißen Tagen kann der Hundehalter seinem Tier auch mal eine erfrischende Abkühlung im Wasser anbieten. „Beim Baden mit dem Hund müssen Hundebesitzer aber darauf achten, dass badende Menschen nicht belästigt werden. Das Baden von Hunden an öffentlichen Badestellen ist in der Regel verboten“, erklärt Rainer Schröder. Zudem rät der BHV bei hohen Temperaturen besonders auf Erschöpfungszustände zu achten und den Hund keinesfalls mit körperlicher Aktivität überzubelasten. 

Doch wie erkennt man einen durch Hitze erschöpften Hund? Erste Anzeichen sind glasige Augen und eine tiefrote Zunge des Tieres. Bereits an diesem Punkt sollten verantwortungsbewusste Hundehalter ihren Hund schnellstmöglich aus der Hitze schaffen. Kommen Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen oder Bewusstlosigkeit dazu, hat der Vierbeiner möglicherweise sogar einen Hitzschlag erlitten. In einem solchen Fall muss der Hund umgehend zum nächsten Tierarzt gebracht werden, denn dieser Zustand ist für das Tier lebensbedrohlich. Ist es zum Hitzschlag gekommen, sollte das Fell des Hundes vor dem Weg zum Tierarzt mit kühlen Wasser getränkt und das Wasser in die Haut einmassiert werden. Bei einer Autofahrt zum Tierarzt empfiehlt der BHV zudem, die Fensterscheiben zu öffnen und die Klimaanlage anzuschalten, damit das Wasser im Hundefell schnell verdunstet und so stark wie möglich kühlt. 

Doch nicht nur der Spaziergang in der Sommerhitze kann dem Vierbeiner zum Verhängnis werden. Viele Hundebesitzer unterschätzen die Hitze, die sich im Inneren des Autos entwickeln kann. Binnen weniger Minuten heizt sich der Innenraum des Autos auf über 60 Grad Celsius auf. Ein Fenster, das einen Spalt breit aufgelassen wird, ändert daran kaum etwas. Hundebesitzer, die ihren Hund für den kurzen Einkauf oder den Eisbecher im Café an der Ecke im Auto lassen, bringen ihn in Lebensgefahr. Auch ein Wagen, der an einem schattigen Ort geparkt wird, kann für den Hund schnell zur Falle werden. Denn die Sonne ändert permanent ihre Position. So wird aus dem vorher noch angenehm temperierten Schlafplatz auf der Rückbank in kurzer Zeit ein lebensbedrohlicher Ofen. Durch die hohe Temperatur im Autoinneren verschafft den Hunden das Hecheln keine Abkühlung mehr und ihr Körper erhitzt immer weiter. Deshalb rät der BHV allen Hundebesitzern, ihren Hund auch bei den kleinsten Unternehmungen nicht im Auto warten zu lassen. Der Hundehalter kann immer unerwartet von jemandem aufgehalten werden und der Hund ist im sich aufheizenden Auto gefangen.

Wenn Hundehalten bei hohen Temperaturen einen Hund im Auto bemerken, dem es sichtlich schlecht geht, sollten sich in jedem Fall Polizei oder Feuerwehr verständigen. Die Feuerwehr darf den Wagen zwar nicht ohne Weiteres öffnen, sondern muss zuvor in der näheren Umgebung nach dem Halter des Fahrzeugs suchen, kann aber anschließend die Scheibe einschlagen um das Tier zu retten. Der Fahrzeughalter muss für sein fahrlässiges Verhalten mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Laut Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes kann eine Handlung, die einem Tier länger anhaltende Schmerzen oder Leid zufügt mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden. Außerdem findet Tierschutz-Hundeverordnung Anwendung. 

Weitere Informationen:
BHV (Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V.)
Geschäftsstelle: Auf der Lind 3, 65529 Waldems-Esch
Tel. 06192-9581136 | Fax 06192-9581138
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Internet: www.hundeschulen.de

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Über den BHV:
Der Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e. V. (BHV) vertritt die Interessen von 729 Mitgliedern und mehr als 223 Hundeschulen in der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde 1996 mit dem Ziel gegründet, Hundeerzieher und Verhaltensberater weiterzubilden, ein bundeseinheitliches Berufsbild zu schaffen und für den Einsatz von tierschutz- und artgerechten Methoden bei Zucht, Ausbildung, Aufzucht, Erziehung und Haltung von Hunden zu werben. Seit 2007 bietet der BHV gemeinsam mit der IHK Potsdam einen IHK-Zertifikatslehrgang für Hundeerzieher und Verhaltensberater an. Gleichzeitig unterstützt der BHV die IHK Potsdam bei der IHK-Aufstiegsfortbildung zum Hundefachwirt.

Foto: pixelio.de/ Hannelore Louis

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