Sitz, Platz, steh! Hunde legten Führerschein ab

20. Oktober 2009

Prüfung zum Hundeführerschein des BHV in der Schweiz bereits Pflicht

Bernau (MOZ) - Rocco, Jenny, Lenny, Dascha und Paule haben es geschafft. Die Vierbeiner legten kürzlich gemeinsam mit ihren Herrchen oder Frauchen in der Hundeschule André Günther ihren Prüfung zum Hundeführerschein ab.

Die Prüfung zum Hundeführerschein des Berufsverbandes der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV e.V.) ist in der Schweiz bereits Pflicht für alle ab dem 1. Oktober 2008 neu angeschafften Hunde, ab 2010 ist er schon vor dem Kauf eines Hundes zu absolvieren.

Der BHV-Hundeführerschein wurde entwickelt, um dem Hundehalter die Möglichkeit zur Dokumentation zu geben, dass er seinen Hund im Alltag sicher unter Kontrolle hat und weder andere Menschen noch Hunde gefährdet.

In der Führerscheinprüfung müssen die Hundehalter dies in typischen Alltagssituationen unter Beweis stellen und außerdem in einer theoretischen Prüfung 40 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren über gesetzliche Regelungen, Lernverhalten und Kommunikation von Hunden, Verhalten des Besitzers in der Öffentlichkeit sowie Gesundheit und Aufzucht von Hunden beantworten.

Diesen Aufgaben stellten sich Martina mit ihrem Hovawart Rocco, Anke mit Mischling Jenny, Bärbel mit dem Irish Terrier Lenny, Anne mit Dascha, ihrem Russischen Terrier und Wolfgang mit dem Eurasier Paule.

Der praktische Teil der Prüfung umfasst drei Schwerpunkte, die Hunde mussten in einer ablenkungsarmen Umgebung, in einer öffentliche Anlage und im innerstädtischen Bereich zeigen, dass die ihrem Besitzer folgen.

Nach einer kurzen Einweisung ging es auch gleich los mit dem ersten Teil in ablenkungsarmer Umgebung, nämlich dem Hundeplatz. Hier zeigten die Teams, dass sie problemlos bei ihren Hunden Ohren, Zähne und Pfoten kontrollieren können, einen Maulkorb anlegen können sowie ein Spielzeug oder Futter dem Hund abnehmen können.

Der Halter zeigt weiterhin, dass er seinen Hund so kontrollieren kann, dass eine zweite Person den Hund anfassen kann. Dies ist beispielsweise bei einem Tierarztbesuch wichtig.

Dann folgte der Gehorsamsteil auf dem Hundeplatz. Hier zeigten die Hundehalter, dass ihre Hunde die Kommandos wie Sitz, Platz oder Steh beherrschen. Auch das war für die Prüflinge kein Problem.
Der zweite Teil der praktischen Prüfung führte die Teilnehmer auf die Straße. Dort trafen sie auf Fahrradfahrer, andere Hunde, Inlineskater, gehbehinderte Menschen sowie einen junger Opa mit seinem kleinen Enkelkind. Diese vielen Ablenkungen brachten die Teams nicht aus der Ruhe. Dank der guten Mensch-Hund-Beziehung ließen sich alle Hunde sicher an der Leine führen. Auch hier gab es keine Beanstandungen vom Prüfer. „Jetzt war der größte Teil geschafft. Man merkte es den Prüflingen regelrecht an. Sie wurden immer ruhiger und sicherer“, berichtet Silke Fenzlein.

Zum letzten Teil der Prüfung hieß es Einsteigen in die Autos und den Prüfer mit dem Stadtteil beeindrucken. Am Bahnhof angekommen, fuhr auch schon eine S-Bahn mit vielen Menschen an Bord ein. „Hier haben unsere Hundeführer bewiesen, dass ihre Hunde auch bei Stress keinen Passanten belästigen oder gar versuchen, an fremden Menschen zu riechen“, erzählt Silke Fenslein.
Selbst die Fahrt im Fahrstuhl mit fremden Personen war für die Vierbeiner kein Problem.

Nun stand die letzte Hürde bevor. Der Prüfer wollte nun sehen, dass auch ein Gaststättenbesuch für unsere Hundehalter mit ihren Hunden möglich ist. Auch hier ist darauf zu achten, dass kein anderer Gast durch den Hund belästigt oder gar bedrängt wird. Alle fünf Teams meisterten auch diese Prüfungssituation mit Bravour.

Es war geschafft! Ab zurück auf den Hundeplatz zur Auswertung. „Ob ich wohl bestanden habe?“, fragten sich die Teilnehmer. Doch es gab nichts zu beanstanden: Alle hatten bestanden.
24 Teams aus der Hundeschule André Günther haben die Prüfung zum Hundeführerschein inzwischen erfolgreich abgelegt.

 

Der nächste Kurs findet im Herbst statt. Nähere Informationen gibt es unter www.hundeschule-guenther.de