Erste Dummyprüfung am 24. Juni 2011

11. August 2011

Ein genialer Hundesport wird für alle Rassen geöffnet - die erste BHV-Dummyprüfung

Geschafft! Die erste BHV-Dummyprüfung Stufe 1 wurde Ende Juni 2011 in der Hundehalterschule Lindlar von allen sehr gut gemeistert. Ein doppelter Erfolg, denn dies war gleichzeitig die erste Dummyprüfung des Bundesverbands der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) überhaupt.

„Sieben Hund-Mensch-Teams sind angetreten und haben gemeinsam 66 von 70 möglichen Punkten geholt“, freut sich Trainerin Anette Knobloch, „es ist ein Erfolg der gesamten Gruppe.“ Die Prüfungsteilnehmer wollten ihr Können messen, ohne dabei vor lauter Prüfungsstress den Spaß an der Arbeit zu verlieren. Sonja Wissmann, eine der Teilnehmerinnen berichtet: „Natürlich war ich sehr aufgeregt und das hat man auch meiner Labradorhündin Marla anfangs angemerkt, weil sie mich sehr widerspiegelt. Durch die Rückendeckung von Anette und den anderen Teilnehmern konnte ich mir aber immer wieder klar machen, dass wir hier antreten, weil wir Freude an der Dummyarbeit haben – und dass wir das als Team schaffen wollen. Also, ich bin sehr zufrieden, denn der Tag der Prüfung war lang, aber alle Hunde und alle Menschen haben gut durchgehalten.“ Eine sorgfältige Vorbereitung ist natürlich das A&O, aber nicht alles ist vorher zu üben. Daher gibt es mitunter Überraschungen bei einer Prüfung – oft sind das positive Überraschungen. „Mit dem Prüfungsgefühl arbeitet man in der Regel viel konkreter, darauf sprechen die Hunde sehr gut an und plötzlich funktionieren auch Aufgaben, bei denen es sonst oft haperte“, erklärt Anette Knobloch, „mein ganz persönliches Erfolgsrezept ist: Mein Hund und ich sammeln und konzentrieren uns vor jeder Aufgabe in aller Ruhe.“

Eine Prüfung für alle

erste-dummypruefung-2011_3Dummyprüfungen sind eigentlich nichts Neues, die gibt es schon sehr lange, warum hat der BHV dies dennoch in sein Repertoire mit aufgenommen? Tina Schnatz, Inhaberin der Hundeschule Knottenwäldchen und Mitglied im Ausbildungsrat des BHV, erläutert die Ziele des BHV: „Die derzeit verfügbaren Dummyprüfungen stehen ausschließlich Retrievern und anderen Jagdhunderassen offen. Zahlreichen ambitionierten Kunden unserer Hundeschulen, die Hunde anderer Rassen oder Mischlinge haben, möchten wir den Zugang zu diesem Sport ebenfalls ermöglichen. Allerdings müssen Hunde, welche die Dummyprüfung des BHV absolvieren, nicht jagdtauglich werden, das heißt, wir setzen den Schwerpunkt auf eine sportlich ambitionierte Prüfung. Dummyarbeit ist eine so geniale Sportart, sie ist so vielseitig, sie schließt Elemente des Jagd-Kontrolltrainings ein – kurzum, eine tolle Art der Auslastung für Hunde aller Rassen, die wir allen ermöglichen möchten.“ Auch wenn der Spaß an der Dummyarbeit dem BHV sehr wichtig ist, so ist die Dummyprüfung durchaus anspruchsvoll. Drei Prüfungsstufen gibt es. Bereits bei Stufe 1, die zum Teil auf einem ablenkungsarmen Hundeplatz und zum Teil im Gelände durchgeführt wird, arbeitet der Hund durchweg unangeleint, leise und geräuschlos, zügig und freudig und exakt. Knautschen des Dummys ist verboten, eine präzise Abgabe auf Kommando in die Hand des Halters ist ein Muss. Durch zehn verschiedenen Aufgaben zeigt das Mensch-Hund-Team, dass verschiedene Dummys in ganz unterschiedlichen Situationen gefunden und apportiert werden – oder auch nicht, auch das muss der Hund schaffen so gerne er auch die ausgeworfenen Dummys holen würde (eine Übersicht der 10. Aufgaben zeigt Kasten 1). In

Stufe 1 hat das Team die Möglichkeit, bei drei Aufgaben einen Joker einzusetzen, das heißt, diese Aufgabe darf ein zweites Mal durchlaufen werden. Bei Stufe 2 und erst recht bei Stufe 3 werden die Aufgaben immer schwieriger und die Joker immer weniger. Dennoch: „So ehrgeizig und ernst wie ich es mitunter in anderen Vereinen erlebt habe, ging es bei der Dummyprüfung des BHV nicht zu“, sagt Sonja Wissmann.

 

Beim Training fängt der Spaß an

erste-dummypruefung-2011_1 Worauf es bei der Vorbereitung für die Prüfung ankommt, bringt Anette Knobloch auf den Punkt: „Die Halter lernen, ihren Hund wirklich zu führen, den Moment der Konzentration zu erkennen und zu nutzen und den Erfolg ordentlich zu feiern. Das ist schon recht viel Arbeit, denn es geht um die Verbesserung der Qualität in der Dummyarbeit und um überprüfbare Leistung eines Teams beziehungsweise der Gruppe, aber wir arbeiten mit Freude statt mit Druck.“ Alle Teilnehmer lernen zudem auf die anderen Teams zu achten. Last but not least, sind gute Helfer, die akkurat arbeiten, ebenfalls wichtig. Tina Schnatz ergänzt: „Es geht um vertrauensvolle Zusammenarbeit im Team und um die wichtigen Aspekte Erregungskontrolle und Präzision.“ Zu einer gewaltfreien Arbeit haben sich ohnehin alle Hundeschulen des BHV verpflichtet. Der Berufsverband unterstützt seine Mitglieder zudem beim Trainingsaufbau mit den neuesten Erkenntnissen des Lernverhaltens und der Gehirnforschung. Das Fazit von Anette Knobloch nach dem ersten Vorbereitungskurs – gibt es etwas zu optimieren? „Klar“, sagt sie schmunzelnd, „wenn ich aus meinen Erfahrungen nicht lernen würde, stünde ich mir ja selbst im Weg“.

Alle wollen weiter machen

In der Hundehalterschule Lindlar genießen alle Prüfungsteilnehmer zunächst einmal ihren Erfolg und machen zunächst aus purer Freude weiter mit der Dummyarbeit. Auf den Lorbeeren ausruhen, will sich aber keiner der sieben Hundehalter: Alle wollen nach einer kurzen Verschnaufpause weiter machen und Stufe 2 schaffen.

Wir benutzen Cookies

Einige der eingesetzten Cookies sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere helfen, den Besuch der Website für Sie komfortabler zu zu machen.

Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten.
Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.