BHV Hundeführerschein

Der BHV-Hundeführerschein wurde entwickelt, um dem Halter die Möglichkeit zur Dokumentation zu geben, dass er seinen Hund im Alltag sicher unter Kontrolle hat und weder andere Menschen noch Hunde gefährdet.

In der Führerscheinprüfung müssen die Hundehalter dies in typischen Alltagssituationen unter Beweis stellen und außerdem Fragen über gesetzliche Regelungen, Lernverhalten und Kommunikation von Hunden, Verhalten des Besitzers in der Öffentlichkeit sowie Gesundheit und Aufzucht von Hunden beantworten.

Der Berufsverband hat den Hundeführerschein in Zusammenarbeit mit führenden deutschen Tier-Verhaltenstherapeuten entwickelt.

Der BHV-Hundeführerschein wird in einigen Bundesländern, u. a. in Niedersachsen, als Sachkundenachweis anerkannt. In anderen Bundesländern entscheiden die zuständigen Ortsbehörden über eine Anerkennung.

Die Prüfung für den BHV-Hundeführerschein ist sehr umfangreich. Im praktischen Teil beobachten die Prüfer Hund und Halter in typischen Alltagssituationen - im Café, wenn der Hund unterm Tisch liegt und der Kellner kommt, beim Bummel in der Fußgängerzone und beim Spaziergang ohne Leine im Park. Der Hund darf seine Umwelt weder gefährden noch belästigen. Im Theorie-Teil müssen die Hundebesitzer 40 Fragen zu Hundeverhalten und -erziehung beantworten.

Zur Zeit gibt es in Deutschland 64 geschulte Prüfer mit nachgewiesener Qualifikation, die den BHV-Hundeführerschein abnehmen.
Durch regelmäßige Fortbildung der Prüfer wird ein stets aktuelles Fachwissen bei den Prüfungen garantiert.

Der Hundeführerschein wird in einigen Bundesländern als Sachkundenachweis anerkannt, in den anderen Bundesländern liegt er zur Prüfung vor.

Aufgaben & Ablaufplan

Die Prüfung stellt eine Einzel-Prüfung dar.

Jedes Team wird bei den unterschiedlichen Aufgaben und Begegnungssituationen einzeln überprüft. Die einzelnen Aufgaben können nach Einschätzung des Prüfers mehrfach und in wechselnder Reihenfolge abverlangt werden.

Prüfungsteile

Die praktische Prüfung findet in drei unterschiedlichen Umgebungen statt, die an zwei unterschiedlichen Orten aufgesucht werden:

  • Teil A: In einer ablenkungsarmen Umgebung (z.B. abgeschiedene Wiese, ruhiger Parkplatz)
  • Teil B: In einer belebten öffentlichen Grünanlage bzw. einem Hundeauslaufgebiet
  • Teil C: Im innerstädtischen Bereich

Hilfsmittel/Signale/Belohnung

Zulässige Hilfsmittel

  • Festverschnallbares Halsband
  • Halsband mit Zugstopp
  • Kopfhalftersystem
  • Maulkorb
  • Brustgeschirr
    (ohne Zugwirkung unter den Achseln!)
  • Hundpfeife
  • Clicker
  • Leine
  • Schleppleine
    (nur zum Überprüfen des „Rückrufs“ bei Stufe 1 und Stufe 2)

Unerlaubte Hilfsmittel

  • Zughalsbänder ohne Stopp
  • Stachelhalsbänder
  • Erziehungsgeschirre mit Zugwirkung unter den Achseln
  • Elektrohalsbänder
  • und ähnliches...

Diese Liste stellt lediglich einen Auszug dar.
Prinzipiell sind alle Hilfsmittel in der Prüfung nicht zulässig, die zu Schmerzen, Leiden oder Schäden des Hundes führen können.

Futter/Spielzeug/Loben

Der Einsatz von Futter, Spielzeug/Spielen, Streicheln und verbalem Lob ist als Belohnung erlaubt. (Futter sowie Spielzeug darf allerdings nicht zum Locken verwendet werden.)

Signalgebung

Der Einsatz von Hör- und Sichtzeichen ist erlaubt. Wenn ein Hör- und ein Sichtzeichen gleichzeitig gegeben werden zählt es als ein Zeichen (nicht als Signalwiederholung!)

Futter/Spielzeug in Ausnahmesituationen

Bei Hunden, die Probleme in bestimmten ablenkenden Situationen haben, ist Locken bzw. Ablenken mit Futter oder Spielzeug nur in schwierigen Situationen und Ausnahmesituationen erlaubt. Der Hundehalter muss vor der Prüfung dem Prüfer gegenüber angeben, wenn sein Hund z.B. mit bestimmten Begegnungssituationen oder Ablenkungen Probleme hat.

Körperlich eingeschränkte Hundehalter und Halter von körperlich eingeschränkten Hunden dürfen nach Absprache mit dem Prüfer weitere Hilfsmittel einsetzen.

Prüfungsablauf & Aufgaben: Stufe 1

Teil A - ablenkungsarme Umgebung

Dieser Prüfungsteil wird in einem ruhigen, ablenkungsarmen Bereich wie beispielsweise einer ruhigen Wiese in/vor einer Grünanlage oder auf einem abgeschiedenen Parkplatz abgehalten, so dass nur zwei unterschiedliche Prüfungsorte angefahren werden müssen.

Aufgaben

Verharren

Erläuterung: Der Hund soll hierbei an lockerer Leine ohne zu ziehen bei dem Hundehalter verbleiben, während sich dieser mit etwas Anderem beschäftigt. Die Position des Hundes ist gleichgültig, und Positionswechsel sind erlaubt!

Rückruf

Erläuterung: Der Hund darf für diese Aufgabe mit einer Schleppleine abgesichert sein. Hund und Hundehalter sollen sich in Bewegung befinden. Dann wird der Hund aus mindestens 10 Metern Entfernung herangerufen.

Handling

Erläuterung: Der Hund soll sich durch den Besitzer die Ohren, Zähne und Pfoten kontrollieren lassen.

Teil B - öffentliche Grünanlage/Hundeauslaufgebiet

Der Prüfungsteil B soll den Charakter eines Spaziergangs haben, bei dem Grundaufgaben und Verhalten in der Öffentlichkeit geprüft werden.

Grundaufgaben

Leinenführigkeit

Erläuterung: Der Hund soll dem Hundehalter an lockerer Leine folgen. Der Hund darf dabei links oder rechts neben dem Hundehalter gehen.

Sitz/Platz/Steh
  • Sitz
  • Platz
  • Steh

Erläuterung: Das Einnehmen einer Position (Sitz oder Platz oder Steh) auf Signal.

Die Position kann vom Prüfungsteilnehmer ausgesucht werden.

Begegnungsaufgaben

Die Ablenkungen für die Begegnungssituationen müssen vom Veranstalter gestellt werden. Wenn sich Situationen aus dem öffentlichen Umfeld ergeben, werden auch diese zusätzlich
gewertet.

Die Grundaufgaben werden bei bzw. während der Begegnungssituationen situationsangemessen gezeigt und abgeprüft.

Schnell bewegliche Objekte
(1 Situation)

Erläuterung: 1 Situation wird überprüft mit schnell beweglichen Objekten. Dabei kann die Begegnungsaufgabe, bzw. -situation aus folgenden ausgesucht werden: Radfahrer, Skater, Jogger, Roller, Reiter, Segway, rennende Kinder - passieren das Mensch-Hund-Team.

Objekte/Personen mit ungewöhnlichem Bewegungsmuster
(1 Situation)

Erläuterung: 1 Situation wird überprüft mit Objekten/Personen mit ungewöhnlichem Bewegungsmuster. Dabei kann die Begegnungsaufgabe, bzw. -situation aus folgenden ausgesucht werden:
Rollstuhl, Rollator, Person mit Gehhilfen, Person mit Nordic Walking Stöcken, Person mit besonderem Gang, Person mit auffälliger Kleidung, Kinderwagen - passieren das Mensch-Hund-Team.

Fremder Hund angeleint

Erläuterung: Eine Person mit einem, dem Hundehalter-Hund Team fremden, angeleinten Hund passiert das Mensch-Hund-Team.

Teil C - innerstädtischer Bereich

In diesem Prüfungsteil werden alle Aufgaben mit angeleintem Hund absolviert. Der Prüfungsteil soll den Charakter eines Stadtbummels haben.

Geprüft werden Grundaufgaben und das Verhalten in normalen Begegnungssituationen in einem belebten Innenstadtbereich. Begegnungssituationen sollten sich aus dem öffentlichen Verkehr ergeben.

Grundaufgaben

Leinenführigkeit

Erläuterung: Der Hund soll dem Hundehalter an lockerer Leine folgen. Der Hund darf dabei links oder rechts neben dem Hundehalter gehen.

Sitz/Platz/Steh
  • Sitz
  • Platz
  • Steh

Erläuterung: Das Einnehmen einer Position (Sitz oder Platz oder Steh) auf Signal.

Die Position kann vom Prüfungsteilnehmer ausgesucht werden.

Begegnungsaufgaben

Stark befahrene Straße

Erläuterung: Das Mensch-Hund-Team geht an einer stark befahrenen Straße entlang und überquert diese.

Belebte Örtlichkeit

Erläuterung: Das Mensch-Hund-Team passiert eine belebte Örtlichkeit. (Fußgängerzone, Markplatz etc.)

Stufe 1

Von 10 Aufgaben müssen 6 erfüllt werden,
um den BHV-Hundeführerschein Stufe 1
(Sachkundeniveau) zu bestehen.

Prüfungsablauf & Aufgaben: Stufe 2

Teil A - ablenkungsarme Umgebung

Dieser Prüfungsteil wird in einem ruhigen, ablenkungsarmen Bereich wie beispielsweise einer ruhigen Wiese in/vor einer Grünanlage oder auf einem abgeschiedenen Parkplatz abgehalten, so dass nur zwei unterschiedliche Prüfungsorte angefahren werden müssen.

Aufgaben

Verharren

Erläuterung: Der Hund soll hierbei an lockerer Leine ohne zu ziehen bei dem Hundehalter verbleiben, während sich dieser mit etwas Anderem beschäftigt. Die Position des Hundes ist gleichgültig, und Positionswechsel sind erlaubt!

Rückruf

Erläuterung: Der Hund darf für diese Aufgabe in Stufe 2 mit einer Schleppleine abgesichert sein. Hund und Hundehalter sollen sich in Bewegung befinden. Dann wird der Hund aus mindestens 10 Metern Entfernung herangerufen.

Handling

Erläuterung: Der Hund soll sich durch den Besitzer die Ohren, Zähne und Pfoten kontrollieren lassen.

Maulkorb

Erläuterung: Der Hundehalter soll dem Hund einen Gitter-Maulkorb anlegen und mit dem Hund zirka 10 Schritte an der Leine gehen.

Fixieren

Erläuterung: Der Hundehalter zeigt, dass er seinen Hund effektiv fixieren kann.

Teil B - öffentliche Grünanlage/Hundeauslaufgebiet

Der Prüfungsteil B soll den Charakter eines Spaziergangs haben, bei dem Grundaufgaben und Verhalten in der Öffentlichkeit geprüft werden.

Grundaufgaben

Auto Ein- und Aussteigen

Erläuterung: Der Hundehalter veranlasst, dass der Hund kontrolliert ins Auto ein- und aus dem Auto aussteigt.

Leinenführigkeit

Erläuterung: Der Hund soll dem Hundehalter an lockerer Leine folgen. Der Hund darf dabei links oder rechts neben dem Hundehalter gehen.

Sitz/Platz/Steh
Erläuterung: Das Einnehmen einer Position (Sitz, Platz oder Steh) auf Signal. Es müssen zwei Positionen von Sitz/Platz/Steh gezeigt werden. Die Positionen können vom Prüfungsteilnehmer ausgesucht werden.
Abbrechen einer Handlung
hier: Futterstück wird ausgelegt

Erläuterung: Der Hund unterbricht auf Signal eine Handlungsintention oder eine bereits begonnene Handlung. Die Aufgabe wird mit angeleintem Hund gezeigt.

Begegnungsaufgaben

Die Ablenkungen für die Begegnungssituationen müssen vom Veranstalter gestellt werden. Wenn sich Situationen aus dem öffentlichen Umfeld ergeben, werden auch diese zusätzlich
gewertet.

Die Grundaufgaben werden bei bzw. während der Begegnungssituationen situationsangemessen gezeigt und abgeprüft.

Schnell bewegliche Objekte
(2 Situationen)

Erläuterung: 2 unterschiedliche Situationen werden überprüft mit schnell beweglichen Objekten.
Dabei können die jeweiligen Begegnungsaufgaben, bzw. -situationen aus folgenden ausgesucht werden: Radfahrer, Skater, Jogger, Roller, Reiter, Segway, rennende Kinder - passieren das Mensch-Hund-Team.

Objekte/Personen mit ungewöhnlichem Bewegungsmuster
(2 Situationen)

Erläuterung: 2 unterschiedliche Situationen werden überprüft mit Objekten/Personen mit ungewöhnlichem Bewegungsmuster.
Dabei können die jeweiligen Begegnungsaufgaben, bzw. -situationen aus folgenden ausgesucht werden: Rollstuhl, Rollator, Person mit Gehhilfen, Person mit Nordic Walking Stöcken, Person mit besonderem Gang, Person mit auffälliger Kleidung, Kinderwagen - passieren das Mensch-Hund-Team.

Person schüttelt Hundehalter die Hand

Erläuterung: Eine Person kommt auf das Mensch-Hund-Team zu und schüttelt dem Hundehalter die Hand.

Person mit angeleintem Hund spricht mit Hundehalter

Erläuterung: Eine Person mit angeleintem Hund kommt auf das Hundehalter-Hund-Team zu, hält an und spricht den Hundehalter an.
Hierbei muss es sich um einen anderen Hund handeln als bei der folgenden Aufgabe.

Fremder Hund angeleint

Erläuterung: Eine Person mit einem, dem Hundehalter-Hund Team fremden, angeleinten Hund passiert das Mensch-Hund-Team.
Dabei muss es sich um einen anderen Hund handeln als bei der vorhergehenden Aufgabe.

Teil C - innerstädtischer Bereich

In diesem Prüfungsteil werden alle Aufgaben mit angeleintem Hund absolviert. Der Prüfungsteil soll den Charakter eines Stadtbummels haben.

Geprüft werden Grundaufgaben und das Verhalten in normalen Begegnungssituationen in einem belebten Innenstadtbereich. Begegnungssituationen sollten sich aus dem öffentlichen Verkehr ergeben.

Grundaufgaben

Leinenführigkeit

Erläuterung: Der Hund soll dem Hundehalter an lockerer Leine folgen. Der Hund darf dabei links oder rechts neben dem Hundehalter gehen.

Sitz/Platz/Steh
Erläuterung: Das Einnehmen einer Position (Sitz, Platz oder Steh) auf Signal. Es müssen zwei Positionen von Sitz/Platz/Steh gezeigt werden. Die Positionen können vom Prüfungsteilnehmer ausgesucht werden.
Abbrechen einer Handlung
hier: Futterstück wird ausgelegt

Erläuterung: Der Hund unterbricht auf Signal eine Handlungsintention oder eine bereits begonnene Handlung. Die Aufgabe wird mit angeleintem Hund gezeigt.

Begegnungsaufgaben

Stark befahrene Straße

Erläuterung: Das Mensch-Hund-Team geht an einer stark befahrenen Straße entlang und überquert diese.

Belebte Örtlichkeit

Erläuterung: Das Mensch-Hund-Team passiert eine belebte Örtlichkeit. (Fußgängerzone, Markplatz etc.)

Begegung mit einer fremden Person auf einem schmalen Weg

Von den folgenden drei Aufgaben kann in Absprache mit dem Veranstalter eine Aufgabe weggelassen werden.
Falls es möglich wäre, alle Situationen zu überprüfen, entscheidet der Prüfer, welche der Aufgaben weggelassen wird.

Fahrstuhl fahren mit einer fremden Person
Aufsuchen eines Geschäftes
Aufsuchen eines Cafés/Restaurants und kurzes Platznehmen an einem Tisch

Prüfungsablauf & Aufgaben: Stufe 3

Teil A - ablenkungsarme Umgebung

Dieser Prüfungsteil wird in einem ruhigen, ablenkungsarmen Bereich wie beispielsweise einer ruhigen Wiese in/vor einer Grünanlage oder auf einem abgeschiedenen Parkplatz abgehalten, so dass nur zwei unterschiedliche Prüfungsorte angefahren werden müssen.

Aufgaben

Bleib

Erläuterung: Der Hund soll für zirka zwei Minuten in einer vom Hundehalter vorgegebenen Position (Sitzen, Liegen, Stehen) verbleiben, während der Hundehalter sich ca. 30 Schritte entfernt. Der Hund ist dabei an einem Pfosten oder ähnlichem angeleint.

Rückruf

Erläuterung: Der Hund läuft frei. Hund und Hundehalter sollen sich in Bewegung befinden. Dann wird der Hund aus mindestens 10 Metern Entfernung herangerufen.

Ausgeben

Erläuterung: Der Hund soll auf Signal das von ihm begehrte Spielzeug oder ein Stück Futter abgeben.

Handling

Erläuterung: Der Hund soll sich durch den Besitzer die Ohren, Zähne und Pfoten kontrollieren lassen.

Maulkorb

Erläuterung: Der Hundehalter soll dem Hund einen Gitter-Maulkorb anlegen und mit dem Hund zirka 10 Schritte an der Leine gehen.

Fixieren

Erläuterung: Der Hundehalter zeigt, dass er seinen Hund effektiv fixieren kann.

Teil B - öffentliche Grünanlage/Hundeauslaufgebiet

Der Prüfungsteil B soll den Charakter eines Spaziergangs haben, bei dem Grundaufgaben und Verhalten in der Öffentlichkeit geprüft werden.

Grundaufgaben

Auto Ein- und Aussteigen

Erläuterung: Der Hundehalter veranlasst, dass der Hund kontrolliert ins Auto ein- und aus dem Auto aussteigt.

Leinenführigkeit

Erläuterung: Der Hund soll dem Hundehalter an lockerer Leine folgen. Der Hund darf dabei links oder rechts neben dem Hundehalter gehen.

Enges Gehen ohne Leine

Erläuterung: Der Hund geht ohne Leine dicht neben dem Hundehalter. Der Hund darf dabei links oder rechts neben dem Hundehalter gehen.

Sitz/Platz/Steh
Erläuterung: Das Einnehmen der Positionen Sitz, Platz und Steh auf Signal. Alle drei Positionen müssen gezeigt werden.
Abbrechen einer Handlung
hier: Futterstück wird ausgelegt

Erläuterung: Der Hund unterbricht auf Signal eine Handlungsintention oder eine bereits begonnene Handlung. Die Aufgabe wird mit unangeleintem Hund gezeigt.

Rückruf
Erläuterung: Der Rückruf in diesem Teil wird situationsangemessen gezeigt. Hund und Hundehalter sollen sich in Bewegung befinden. Dann wird der Hund aus mindestens 10 Metern Entfernung herangerufen.

Begegnungsaufgaben

Die Ablenkungen für die Begegnungssituationen müssen vom Veranstalter gestellt werden. Wenn sich Situationen aus dem öffentlichen Umfeld ergeben, werden auch diese zusätzlich
gewertet.

Die Grundaufgaben werden bei bzw. während der Begegnungssituationen situationsangemessen gezeigt und abgeprüft.

Schnell bewegliche Objekte
(2 Situationen)

Erläuterung: 2 unterschiedliche Situationen werden überprüft mit schnell beweglichen Objekten.
Dabei können die jeweiligen Begegnungsaufgaben, bzw. -situationen aus folgenden ausgesucht werden: Radfahrer, Skater, Jogger, Roller, Reiter, Segway, rennende Kinder - passieren das Mensch-Hund-Team.

Objekte/Personen mit ungewöhnlichem Bewegungsmuster
(2 Situationen)

Erläuterung: 2 unterschiedliche Situationen werden überprüft mit Objekten/ Personen mit ungewöhnlichem Bewegungsmuster.
Dabei können die jeweiligen Begegnungsaufgaben, bzw. -situationen aus folgenden ausgesucht werden: Rollstuhl, Rollator, Person mit Gehhilfen, Person mit Nordic Walking Stöcken, Person mit besonderem Gang, Person mit auffälliger Kleidung, Kinderwagen - passieren das Mensch-Hund-Team.

Person schüttelt Hundehalter die Hand

Erläuterung: Eine Person kommt auf das Mensch-Hund-Team zu und schüttelt dem Hundehalter die Hand.

Person mit angeleintem Hund spricht mit Hundehalter

Erläuterung: Eine Person mit angeleintem Hund kommt auf das Hundehalter-Hund-Team zu, hält an und spricht den Hundehalter an.
Hierbei muss es sich um einen anderen Hund handeln als bei der folgenden Aufgabe.

Fremder Hund angeleint

Erläuterung: Eine Person mit einem dem Hundehalter-Hund Team fremden, angeleinten Hund passiert das Mensch-Hund-Team.
Dabei muss es sich um einen anderen Hund handeln als bei der vorhergehenden Aufgabe.

Bemerkung: Die Begegnungssituationen sollen prinzipiell mit dem freilaufenden Hund gezeigt werden. Es liegt im Ermessen des Hundehalters, den Hund kurzzeitig anzuleinen. Der Hundehalter soll zeigen, dass er seinen Hund auch beim Erscheinen von Ablenkungen kontrollieren kann.

Teil C - innerstädtischer Bereich

In diesem Prüfungsteil werden alle Aufgaben mit angeleintem Hund absolviert. Der Prüfungsteil soll den Charakter eines Stadtbummels haben.

Geprüft werden Grundaufgaben und das Verhalten in normalen Begegnungssituationen in einem belebten Innenstadtbereich. Begegnungssituationen sollten sich aus dem öffentlichen Verkehr ergeben.

Grundaufgaben

Leinenführigkeit

Erläuterung: Der Hund soll dem Hundehalter an lockerer Leine folgen. Der Hund darf dabei links oder rechts neben dem Hundehalter gehen.

Sitz/Platz/Steh
Erläuterung: Das Einnehmen der Positionen Sitz, Platz und Steh auf Signal. Alle drei Positionen müssen gezeigt werden.
Abbrechen einer Handlung
hier: Futterstück wird dem Hund hingehalten

Erläuterung: Der Hund unterbricht auf Signal eine Handlungsintention oder eine bereits begonnene Handlung. Die Aufgabe wird mit angeleintem Hund gezeigt.

Begegnungsaufgaben

Stark befahrene Straße

Erläuterung: Das Mensch-Hund-Team geht an einer stark befahrenen Straße entlang und überquert diese.

Belebte Örtlichkeit

Erläuterung: Das Mensch-Hund-Team passiert eine belebte Örtlichkeit. (Fußgängerzone, Markplatz etc.)

Begegung mit einer fremden Person auf einem schmalen Weg

Von den folgenden drei Aufgaben kann in Absprache mit dem Veranstalter eine Aufgabe weggelassen werden.
Falls es möglich wäre, alle Situationen zu überprüfen, entscheidet der Prüfer, welche der Aufgaben weggelassen wird.

Fahrstuhl fahren mit einer fremden Person
Aufsuchen eines Geschäftes
Aufsuchen eines Cafés/Restaurants und kurzes Platznehmen an einem Tisch

Ziel der Prüfung

Ziel der Prüfung ist es, festzustellen, ob das Halter-Hund-Team sich ohne Belästigung und/oder Gefährdung Dritter in der Öffentlichkeit bewegen kann.
Kriterien für diese Bewertung sind die Sachkunde des Halters, sein praktischer Umgang mit dem Hund sowie der Erziehungsstand des Hundes.

Die Prüfung zum Hundeführerschein besteht aus drei Teilbereichen.

Es gibt drei Prüfungsstufen.

Prüfungsbestandteile

  • Überprüfung des theoretischen Wissens des Halters
  • Überprüfung der Halter-Hund-Beziehung
  • Überprüfung von Halter und Hund in alltäglichen Situationen

Schwierigkeiten

  1. Stufe 1
    Sachkundeprüfung
  2. Stufe 2
    findet ausschließlich an der Leine statt.
  3. Stufe 3
    beinhaltet zusätzlich Anteile, bei denen der Hund frei läuft.

Die Prüfung soll in einer dem Hund unbekannten Umgebung stattfinden.

Erlaubte Hilfsmittel

  • Festverschnallbares Halsband
  • Halsband mit Zugstopp
  • Kopfhalftersystem
  • Brustgeschirr (ohne Zugwirkung unter den Achseln!)
  • Pfeife
  • Leine
  • Clicker
  • Schleppleine
  • Maulkorb

Der Einsatz der hier aufgelisteten Hilfsmittel ist erlaubt.

Es sind Hör- wie Sichtzeichen erlaubt.

Körperlich eingeschränkte Hundehalter und Halter von körperlich eingeschränkten Hunden dürfen nach Absprache mit dem Prüfer weitere Hilfsmittel einsetzen.

Der Einsatz von Futter, Spielzeug/Spielen, Streicheln und Lob ist erlaubt.

Die Halter-Hund-Teams werden in der jeweiligen Prüfungssituation einzeln überprüft.

Voraussetzungen

  • Der Hund sollte beim Ablegen der Prüfung mindestens 12 Monate alt sein.
  • Der Hund muss (lt. Vorgaben Ländergesetz) geimpft und haftpflichtversichert sein.
  • Der Hund muss mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein.

Prüfungsablauf

Theoretischer Teil

Die theoretische Prüfung des Hundehalters erfolgt in schriftlicher Form. Dabei werden Fragen aus folgenden Bereichen in einem Single-Choice-Verfahren geprüft:

Das Bestehen der Theorieprüfung ist Voraussetzung für das Ablegen der praktischen Prüfung. Erfolgt die praktische Prüfung mehr als ein Jahr nach Ablegen der Theorieprüfung, muß die Theorieprüfung wiederholt werden.

Praktischer Teil

Die praktische Prüfung findet in drei unterschiedlichen Umgebungen statt:

  1. In einer ablenkungsarmen Umgebung
    z.B. abgeschiedene Wiese, Hundeplatz, ruhiger Parkplatz
  2. In einer belebten öffentlichen Grünanlage
    bzw. einem Hundeauslaufgebiet
  3. Im innerstädtischen Bereich
    z.B. Fußgängerzone

Wenn das Halter-Hund-Team die praktische Prüfung nicht besteht, ist ein Mindestabstand von 4 Wochen bis zur Wiederholung einzuhalten.

Prüfungsvorbereitung

Zur Vorbereitung auf die Prüfung zum Hundeführerschein stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

Das Buch zum Hundeführerschein

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Zur Vorbereitung einer BHV-Hundeführerscheinprüfung empfehlen wir das aktuelle Buch, erschienen April 2016 mit dem vollständigen Fragenkatalog:
Der Hundeführerschein des DHVE
Autoren: Bibi Degn, Katja Frey, Dr. Katrin Hagmann, Elke Müller, Ariane Ullrich erschienen im MenschHund! Verlag

Die Lernkarten-App zum Hundeführerschein

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Zum Erlernen der Fragen ist die Lernkarten-App fürs Smartphone geeignet.

Kosten & Anmeldung

Prüfungsgebühren und Bearbeitungsgebühren (Preisliste gültig ab 01.08.2018)

Hundeführerscheinprüfung Gesamtprüfung

Kombipreis Theorieprüfung + Praxisprüfung

Stufe 1 - Theorie + Praxis
Prüfungsgebühr € 65,00  
zzgl. Bearbeitungsgebühr € 20,00 inkl. MwSt.
Gesamtpreis € 85,00  
Stufe 2 - Theorie + Praxis
Prüfungsgebühr € 75,00  
zzgl. Bearbeitungsgebühr € 20,00 inkl. MwSt.
Gesamtpreis € 95,00  
Stufe 3 - Theorie + Praxis
Prüfungsgebühr € 85,00  
zzgl. Bearbeitungsgebühr € 20,00 inkl. MwSt.
Gesamtpreis € 105,00  

Hundeführerscheinprüfung Teilprüfungen

Preise für einzeln abgelegte Prüfungsteile

ausschließlich Theorieprüfung
Prüfungsgebühr € 17,50  
zzgl. Bearbeitungsgebühr € 20,00 inkl. MwSt.
Gesamtpreis € 37,50  
Stufe 1 - ausschließlich Praxisprüfung
Prüfungsgebühr € 53,00  
zzgl. Bearbeitungsgebühr € 20,00 inkl. MwSt.
Gesamtpreis € 73,00  
Stufe 2 - ausschließlich Praxisprüfung
Prüfungsgebühr € 63,00  
zzgl. Bearbeitungsgebühr € 20,00 inkl. MwSt.
Gesamtpreis € 83,00  
Stufe 3 - ausschließlich Praxisprüfung
Prüfungsgebühr € 73,00  
zzgl. Bearbeitungsgebühr € 20,00 inkl. MwSt.
Gesamtpreis € 93,00  

Sämtliche Formulare zur BHV-Hundeführerscheinprüfung mit allen wichtigen Infos und Regelungen rund um den BHV-Hundeführerschein können Sie sich auf dieser Seite als PDF herunterladen.

Alle Informationen zur praktischen Prüfung finden Sie zusammen mit Basiswissen und dem kompletten Fragenkatalog mit Antworten in diesem Buch.

Autorinnen: Celina Del Amo, Dr. med. vet. Renate Jones-Baade, Karina Mahnke
Ulmer Verlag