Dummyarbeit - Erster Dummytrainerlehrgang des BHV

17. August 2020

Am 18. August beginnt der erste Dummytrainer-Lehrgang des BHV.

In drei viertägigen Praxisblöcken, denen jeweils ein Web-Seminar vorgeschalten ist, werden die zukünftigen DummytrainerInnen in Theorie und Praxis ausgebildet.

Das Besondere an diesem Lehrgang ist, dass er von 3 TrainerInnen geleitet wird, die neben ihrer Hundetrainerausbildung über langjährige Praxis und Prüfungserfahrung im Dummybereich verfügen: Tanja Bischoff aus Österreich, Pascal Mantovani aus der Schweiz und Tina Schnatz aus Deutschland werden ihr Wissen an die KursteilnehmerInnen weitergeben und deren Ausbildung begleiten. Sie werden ihre Trainingsansätze vorstellen und verschiedene Trainingsmöglichkeiten vermitteln.

Um eine Praxisnahe Ausbildung zu gewährleisten, ist die Teilnahme nur mit Hund möglich. Der Ausbildungsstand des Hundes spielt dabei keine Rolle. Der Hund sollte aber in der Gruppe arbeiten können.

Der aktuelle Lehrgang ist bereits ausgebucht. Weitere Lehrgänge sind in Planung und können bei der BHV-Geschäftsstelle angefragt werden.

Für alle, die gerne wissen möchten, was Dummyarbeit ist, hier noch eine kurze Beschreibung dieses spannenden Hobbys.

Dummytraining ist viel mehr als nur Apportieren. Dummytraining ist ein vielseitiger, anspruchsvoller und spannender Sport, bei dem Mensch und Hund als Team agieren und der Hund mit allen seinen Sinnen ausgelastet und gefördert wird.

Ursprung Jagdhundeausbildung

Die Dummyarbeit hat ihre Wurzeln in der Jagdhundeausbildung. Es werden Aufgaben trainiert, für die im Jagdalltag ein apportierender Jagdhelfer gebraucht wird. Die Dummys ersetzen dabei das Wild. Es gibt Dummys aus unterschiedlichen Materialen, in verschiedenen Größen und Formen.

Die Teilbereiche der Dummyarbeit

Trainiert werden unterschiedliche Fähigkeiten, die der apportierende Jagdhund braucht. Das sind im wesentlichen drei große Teilbereiche: Verlorensuche, Markieren und Einweisen.

Bei der VERLORENSUCHE wissen Mensch und Hund nicht, wo die Dummys liegen. Der Hund sucht das Gebiet selbstständig und systematisch ab und apportiert die gefundenen Dummys. Hier ist eine gute Nase und selbstständiges Arbeiten gefordert und der Hund lernt mit dem Wind zu arbeiten.

Beim MARKIEREN wird die Jagd auf Federwild imitiert. Hund und Mensch sehen, wie bei der Entenjagd, die Dummys oder Enten fallen. Der Hund soll sich die Fallstellen merken und darf apportieren, wenn er das Signal dazu bekommt. Dabei fallen oft mehrere Dummys (oder Enten) kurz hintereinander. Der Hund soll sich die einzelnen Fallstellen solange merken, bis er arbeiten darf. Weitere Herausforderungen ergeben sich daraus, dass der Hund die Enten oder Dummys auch zu finden soll, wenn er deren Flugbahn oder Fallstelle nur zu einem Teil oder gar nicht sehen konnte. Das passiert beispielsweise, wenn der Dummy hinter einen kleinen Hügel, hinter Hecken, in dichten Bewuchs oder in oder hinter ein Gewässer fällt. Der Hund muss dabei oft längere Zeit warten und darf nicht stören. Er soll ruhig am Bein seines Menschen sitzen, aufmerksam das Geschehen beobachten und sich alle Fallstellen merken. Unruhe, fiepen oder gar bellen gelten als schwere Fehler.

Beim EINWEISEN weiß der Mensch, wo das Dummy liegt, der Hund weiß es nicht. Hier lernt der Hund sich bildlich gesprochen „fernsteuern“ zu lassen. Dazu lernt er verschiedene Signale: Voraus in gerader Linie in die seinem vom Menschen angezeigte Richtung, auf einen Pfiff hin Stoppen und Blickkontakt mit seinem Menschen aufnehmen, sich dann nach rechts, links oder weiter in die ursprüngliche Richtung schicken lassen und im Bereich des Dummy auf einen weiteren Pfiff hin beginnen zu suchen. Das alles soll auch in weiter Entfernung zum Menschen und unter großer Ablenkung funktionieren, dementsprechend kleinschrittig, gut durchdacht und intensiv muss es trainiert werden.

Dummyarbeit bietet eine hervorragende Möglichkeit, jagdlich motivierte Hunde kontrolliert und in Zusammenarbeit mit dem Menschen auszulasten. Das Training erfordert ein hohes Maß an Gehorsam. Es findet ein ständiger Wechsel von ruhigen Gehorsamsübungen und spannenden Jagdsequenzen statt. So lassen sich Gehorsams- und Impulskontrolle-Übungen mit spannenden Apportiersequenzen belohnen, was das Training für den Hund interessant und lohnend macht und sich außerordentlich positiv auf den Trainingserfolg auswirkt. Hinzu kommt, dass ein guter Grundgehorsam, Selbstbeherrschung und eine gute Kontrollierbarkeit den Hund auch im Alltag zu einem angenehmen Begleiter machen.

Welcher Hund kann Dummyarbeit machen?

Jeder Hund, der sich gerne bewegt, gerne apportiert und Freude an der Zusammenarbeit mit seinem Menschen hat, kann Dummyarbeit machen, unabhängig von Rasse und Größe. Besonders geeignet sind die Retrieverrassen. Sie verfügen über ein hohes Maß an Kooperationsbereitschaft, eine gute Nase, sind apportierfreudig, Wasserfreudig und arbeiten auch in schwierigem Bewuchs.

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